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ANDALANANGA - Texte über die man nicht sprechen mag...

Nebelgebirge

Nebelgebirge - eine krasskleine Geschichte


Nebelgebirge
(© Alexander Rossa 2010)


Eine kleine Geschichte...

Wolkenverhangen sind sie, die Berge, weit entfernt, am Horizont.
Gleich gewaltiger Riesen, in weiße Watte gehüllt, liegen sie dort.
Als würden sie schlummern, träumen, von einer vergangenen Zeit.
Auch ich bin in meine Träume versunken, die Gedanken weit weg.
Will mich nicht mehr grämen, nicht suchen, den Sinn meines Seins.
Blei in meinem Kopf wiegt schwer, ewig an den Körper gebunden.
Abstreifen das hakende Kleid, gewebt aus Verzweiflung und Angst.
Ja, das will ich, für ewig frei und unbekümmert sein, nur noch leben!

Doch wenn ich dann auf dem Boden sitze, in der Ecke, alles dunkel,
sehe keine weiten Berge, keine grünen Hügel, niemals weiße Watte,
dann sind sie alles, was da ist, der Gram, die Suche, die Gedanken.
Sie sind stets der Kern meines Lebens, auch wenn ich ihn nicht mag.
Lausche meiner zitternden Stimme, meinem Flehen, dem Weinen.
Verzweiflung ist es nicht, nur das Greifen nach den Sternen in mir.
Glitzern schön, funkeln wunderbar, sind aber doch so weit entfernt.
Was würde ich geben, einmal nur ihnen nahe zu sein, in ihrem Licht!

Entfachtes Feuer der Hoffnung, die lodernde Glut sprüht in den Himmel.
Zauberhaftes Wesen so nah und schön, ganz zauberhaft, blickt es mich an.
Der Held mit triefendem Schwert, er kämpft, vertreibt dunkle Gram in mir.
Mit stählerner Hand gegen den bleiernen Drachen tief in meinem Herzen.
Ein Feldzug gegen Verzweiflung und Angst, ein edler Ritter ganz vorn.
Lieblichkeit unter glänzender Rüstung, nur für mich, ein wahres Glück.
Dicht bei mir, mich zu schützen die Liebe, als Reiter auf schlankem Roß.
Ohne dich wäre ich wohl auf ewig verloren, vergessen, im finsteren Loch!


Krasses aus dem Nebelgebirge
 





Begreifen, nicht begreifen, abgreifen...
 




Wo Du bist, dorthin kann ich Dir nicht folgen. Selbst wenn ich es versuchte, so bin ich nicht in der Lage zu denken, was Du denkst, zu fühlen, was Du fühlst, und ich kann nicht begreifen, was Du begreifst. Aber dennoch liebe ich Dich und danke Dir dafür, dass Du versuchst zu denken, wie ich denke, versuchst zu fühlen, wie ich fühle und Dich bemühst zu begreifen, was ich begriffen habe. So ist es der Wille, der uns vereint und unsere Liebe nährt.





Leben in der Finsternis
(© Alexander Rossa 2010)


Überall Finsternis, Dunkelheit und unendliche Schwärze.
Lichtlosigkeit ist voller Geheimnisse und wilder Dämonen.
Unsichtbare Augen überall, beobachten mich, Fratzen gaffen.
Besorgt wende ich mich um, überall Schwärze, keine Hoffnung.
Ich habe Angst, fürchte mich vor der Wildheit geifernder Tiere.
Ein Biss, ein Hieb, reißende Zähne, sie erscheinen mir überall.
Ich will fliehen und kann es nicht, Finsternis hüllt mich ein.
Seltsame Gerüche beißen in der Nase und widern mich an.
Ob Blut, ob Pestilenz, die Luft scheint schwer und erfüllt damit.
Vor mir ein bodenloser Abgrund. Ich weiß nicht, wo er endet.
An meiner Seite scharfe Klingen, es kann so sein, ich erahne sie.
Die Dunkelheit, sie lähmt mich, lässt mich mit der Furcht allein.

So schließe ich die Augen und träume von dem jungen Frühling.
Die aufgehende Sonne und der frohe Gesang der Vögel überall.
Sanfter Wind streift meine Arme, die Luft duftet betörend süß.
In der Nähe, ein kleiner Bach, plätschert frisch, klar und schön.
Nackte Füße auf weichem Gräsergrund, Schmetterlinge im Haar.
Summen der Bienen auf der Wiese und überall bunte Blumen.
Alles erscheint hell und klar und voller Leben, alles ist mit mir.
Kleines Reh in der Ferne trinkt kühles Naß am kristallenen Bach.
Weiße Wolkenbäuche ziehen lautlos vorbei auf blauem Grund.
Durchwirkt ist alles, mit sprudelndem Leben und voller Pracht.
Das Glück in mir, es frohlockt und singt, und es lächelt mich an.
Das muntere Licht, es lässt mich strahlen und unbekümmert sein.

Doch dort, an dem Baum in meiner Nähe, was sehe ich an ihm?
Vor dem Licht der Sonne versteckt, da ist ein finsterer Schatten.
Er liegt fett und träge auf dem Gras, vor lauter Angst ist es ergraut.
Ich starre ihn an, bin schreckgelähmt, das Herz, es pocht im Hals.
Das kann nicht sein, es darf nicht, niemals hier, in meinem Reich.
Zitternde Hände verbergen meine Augen, zum Schutze der Sonne.
So bin ich verzweifelt, sehe eine Bastion in meinem Herzen bedroht.
Furchtbar und übel qualvoll ist die Angst vor dem schwarzen Gebilde.
Das Singen der Vögel, das Summen der Bienen, alles das, verstummt.
Die Stille, die blanke Angst, sie zwingen mich zum Öffnen der Lider.
Ganz zaghaft, voller Scheu blicke ich mich um, die schwarzen Weiten.
Ein leichtes Rot am Horizont der Finsternis, ein schwaches Glimmen.

Gebannt sehe ich es an, welch Wunder, eine gleißende Kugel entsteht.
Ein schwaches Glitzern vor meinen Augen, meine Finger ganz grau.
Dunkelheit und Licht, ein gewaltiger Kampf, völlig still, doch atemlos.
Lauter Gesang der Vögel, Publikum und Botschafter des nahenden Tages.
Die strahlende Kugel, sie steigt auf, zwingt die Finsternis in die Nacht.
Erwachen die leuchtende Farben, das Leben, die Luft im blühenden Licht.
Mein Herz, es lacht und reckt sich der weiten Freiheit des Tages entgegen.
Die Schwere der Luft, sie füllt sich mit dem betörenden Duft der Blumen.
Schmetterlinge flattern aufgeregt, zum frischen Blau des Himmels empor.
Vergessen die Angst und der Bann, entfacht das pure Leben auf der Welt.
Ich schließe die Augen, so frei, so unbekümmert und voller Lebensmut.
Zucke erschreckt zusammen: Hier steckt sie nun, hat sie sich verkrochen
die Finsternis.
 





Das Nebelgebirge
Leben in der Finsternis
Das Nebelgebirge



© Alexander Rossa 2010

Weltenfeuer - Patricia und die Druiden des Todes